Macht Wermut mich hallucinieren? Die Wahrheit hinter Absinth und Thujon

Macht Wermut mich hallucinieren? Die Wahrheit hinter Absinth und Thujon

Vielleicht hast du einen Film gesehen, in dem jemand nach einem Schluck Absinth die Wand zum Tanzen bringt. Oder du hast einen Freund, der behauptet, er habe in Prag einen Trip mit Absinth erlebt - und jetzt fragst du dich: Wermut macht mich wirklich hallucinieren? Die Antwort ist einfacher, als die Legende es behauptet.

Was ist Wermut wirklich?

Wermut (Artemisia absinthium) ist eine bittere Pflanze, die seit Jahrhunderten in der Medizin und in Getränken verwendet wird. In Absinth ist sie der Hauptbestandteil - zusammen mit Anis und Fenchel. Die Pflanze enthält eine chemische Verbindung namens Thujon. Das ist der Stoff, der in den letzten 200 Jahren für alle möglichen Schreckensgeschichten verantwortlich gemacht wurde.

Im 19. Jahrhundert, besonders in Frankreich und der Schweiz, wurde Absinth als „grüne Fee“ verherrlicht. Künstler wie Oscar Wilde, Verlaine und Baudelaire tranken es, und man sagte, es löse Kreativität, aber auch Wahnsinn aus. Die Polizei berichtete von Fällen, in denen Menschen nach Absinth-Genuss gewalttätig wurden. Die Presse nannte es „den Teufel in der Flasche“. 1915 wurde Absinth in vielen Ländern verboten - inklusive Deutschland und den USA. Der Grund? Thujon, das angeblich Halluzinationen auslöst.

Thujon - das gefürchtete Gift

Thujon ist ein ätherisches Öl, das in Wermut, Salbei und einigen anderen Kräutern vorkommt. In hohen Dosen ist es neurotoxisch - das heißt, es kann Nerven reizen. Aber: Die Menge, die in echtem Absinth enthalten ist, ist winzig. Moderne Absinthe, die seit den 2000er-Jahren wieder legal sind, dürfen maximal 35 mg Thujon pro Liter enthalten. Das ist weniger als in einem Teelöffel Salbeiöl.

Studien der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) zeigen: Du müsstest mehr als 1 Liter reinen Absinth auf einmal trinken, um eine Dosis Thujon zu erreichen, die auch nur annähernd gefährlich wäre. Und selbst dann wäre der Alkohol - nicht Thujon - der Grund, warum du ohnmächtig wirst. Ein normaler Schluck Absinth enthält weniger Thujon als eine Tasse Salbeitee.

Was passiert wirklich, wenn du Absinth trinkst?

Wenn du Absinth trinkst, spürst du vor allem zwei Dinge: die hohe Alkoholkonzentration (oft 45-74 % Vol.) und den starken Geschmack von Anis und Wermut. Der Alkohol wirkt - wie bei jedem Schnaps - betäubend, entspannend, manchmal auch aggressiv. Das ist es, was Leute als „Halluzinationen“ beschreiben. Aber das ist kein chemischer Trip wie mit LSD oder Psilocybin. Es ist Alkoholrausch.

Einige Menschen berichten von einem „klaren Kopf“ nach einem Glas Absinth. Das liegt nicht an Thujon, sondern an der Kombination aus Alkohol und den ätherischen Ölen. Diese Öle können die Wahrnehmung leicht verändern - sie machen den Geschmack intensiver, den Geruch schärfer, die Farben lebendiger. Aber das ist keine Halluzination. Das ist eine Verstärkung der Sinne, wie sie auch bei gutem Wein oder Kaffee passieren kann.

Ein moderner Absinth-Abfüller misst in einer Schweizer Destille den Thujongehalt von Wermut und Anis.

Warum glauben Menschen trotzdem an Halluzinationen?

Die Vorstellung, Absinth mache hallucinieren, ist eine kulturelle Wahnvorstellung. Sie wurde in der Zeit des Verbotes bewusst verbreitet, um die Industrie zu schützen und den Alkoholkonsum zu kontrollieren. Die Weinindustrie in Frankreich sah in Absinth eine Konkurrenz - und nutzte die Angst vor „grüner Fee“ aus, um das Getränk zu diskreditieren.

Heute leben wir in einer Welt, in der Psychedelika wie LSD oder Psilocybin wieder populär werden. Viele Menschen suchen nach „natürlichen“ Alternativen. Absinth wird deshalb oft als „historisches Halluzinogen“ vermarktet - obwohl es keins ist. Wer einen Trip will, nimmt Pilze. Wer einen starken, bitteren Alkohol trinken will, nimmt Absinth.

Wie wird Absinth heute hergestellt?

Heutige Absinthe-Produzenten in der Schweiz, der Tschechischen Republik, Frankreich oder Deutschland arbeiten mit modernen Standards. Sie verwenden hochwertigen Wermut, destillieren mehrfach und entfernen unerwünschte Bestandteile. Der Thujongehalt wird genau gemessen - oft unter 10 mg/L. Viele Hersteller geben sogar die genauen Werte auf der Flasche an.

Einige traditionelle Rezepte verwenden noch Wermut aus Wildsammlungen, aber auch das ist nicht gefährlich. Die Pflanze enthält nur geringe Mengen Thujon - und die werden durch Destillation weiter reduziert. Du bekommst nicht mehr als 0,1 mg Thujon pro Glas. Zum Vergleich: Ein Gramm Salbei enthält bis zu 100 mg Thujon. Und du trinkst doch nicht Salbei als Getränk, oder?

Ein Glas Absinth wird traditionell mit Zucker und Wasser verdünnt, während ein Buch neben ihm liegt.

Was ist mit „Absinthkrankheit“?

Im 19. Jahrhundert wurde ein Zustand namens „Absinthismus“ beschrieben: Zittern, Sehstörungen, Epilepsie, psychische Störungen. Aber Forscher haben später festgestellt: Das war kein Thujon-Effekt. Das war Alkoholsucht - verbunden mit schlechter Ernährung, mangelnder Hygiene und oft mit dem Verzehr von minderwertigen, verunreinigten Produkten. Viele damalige Absinthe enthielten giftige Farbstoffe wie Kupfersulfat oder Antimon, um die grüne Farbe zu erzeugen. Das war das echte Gift.

Heutige Absinthe ist frei von solchen Zusätzen. Sie wird streng kontrolliert. Wer heute krank wird, nachdem er Absinth getrunken hat, hat wahrscheinlich zu viel Alkohol getrunken - oder eine andere Substanz mitgemischt.

Wie trinkst du Absinth richtig?

Wenn du Absinth trinken willst - und du solltest es, wenn du es magst - dann tu es bewusst. Nicht als Shot. Nicht als Partytrick. Nicht um „halluzinieren“ zu wollen.

Traditionell wird Absinth mit Wasser und einem Würfel Zucker verdünnt. Gib 1 Teil Absinth in ein Glas, lege einen Zuckerwürfel auf ein perforiertes Löffelchen, gieße kaltes Wasser langsam darüber, bis das Getränk milchig wird. Das nennt man „louche“. Der Alkohol wird abgeschwächt, die Aromen entfalten sich. Du trinkst es langsam - wie Wein.

Du wirst keinen Trip bekommen. Aber du wirst einen Geschmack erleben, der komplex, bitter, würzig und fast medizinisch ist. Du wirst den Duft von Wermut, Anis und Fenchel spüren - und vielleicht verstehen, warum Künstler des 19. Jahrhunderts diesen Drink liebten. Nicht wegen der Halluzinationen. Sondern wegen der Klarheit, die er nach einem langen Tag gab.

Fazit: Wermut macht dich nicht hallucinieren

Nein, Wermut macht dich nicht hallucinieren. Thujon in Absinth ist zu wenig, um irgendeine psychoaktive Wirkung zu haben. Die Halluzinationen, die man in alten Geschichten liest, waren Alkohol, schlechte Qualität oder Fantasie. Absinth ist kein Drogenmittel. Es ist ein starkes, komplexes, historisches Spirituosengetränk - und wenn du es mit Respekt trinkst, ist es ein Erlebnis.

Wenn du nach einem echten Trip suchst, probier Pilze. Wenn du nach einem starken, aromatischen Getränk suchst - dann probier einen echten Absinth. Aber lass die Mythen hinter dir. Die Wahrheit ist viel interessanter als die Legende.

Kann man durch Wermut high werden?

Nein. Wermut enthält Thujon, aber in so geringen Mengen, dass es keine psychoaktive Wirkung hat. Du würdest mehr als einen Liter Absinth auf einmal trinken müssen, um eine gefährliche Dosis Thujon zu erreichen - und dann wäre der Alkohol der Grund für deine Vergiftung, nicht Wermut.

Ist Absinth heute noch illegal?

Nein. Absinth ist seit den 2000er-Jahren in der EU, den USA und Deutschland legal, solange der Thujongehalt unter 35 mg/L liegt. Viele deutsche Hersteller produzieren heute qualitativ hochwertigen Absinth mit klaren Angaben zu Thujon und Alkoholgehalt.

Warum war Absinth früher verboten?

Absinth wurde verboten, weil es als „gefährlich“ und „künstlerisch zerstörerisch“ galt - aber der wahre Grund war wirtschaftlich: Die Weinindustrie fürchtete die Konkurrenz. Zudem enthielten viele Absinthe damals giftige Farbstoffe, die zu gesundheitlichen Problemen führten. Thujon war nur ein Sündenbock.

Kann man Wermut auch als Tee trinken?

Ja, Wermut wird seit Jahrhunderten als bitterer Kräutertee gegen Verdauungsprobleme verwendet. Ein Teelöffel getrockneter Wermut in heißem Wasser - aber nicht täglich. Zu viel Wermuttee kann den Magen reizen. Es ist kein Halluzinogen, sondern ein traditionelles Heilmittel.

Was ist der Unterschied zwischen Absinth und Wermut?

Wermut ist die Pflanze (Artemisia absinthium). Absinth ist ein alkoholisches Getränk, das aus Wermut, Anis und Fenchel destilliert wird. Wermut allein ist bitter und wird in der Medizin oder als Kräutertee verwendet. Absinth ist ein Spirituosenprodukt mit 45-74 % Alkohol - und kein Drogenmittel.

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Sebastian Bauer
Sebastian Bauer
Ich heiße Sebastian Bauer und bin Experte für 'hhc h4cbd cbd thcp thcv hhc-p hhc-o'. Meine Arbeit umfasst die eingehende Analyse und den Vergleich dieser speziellen Substanzen. Ein persönliches Interesse an der Erforschung von CBD hat mich auf diesen Karriereweg geführt. In meiner Freizeit schreibe ich gerne ausführlich über CBD und Vaping, da ich glaube, dass es wichtig ist, das Bewusstsein und das Verständnis für diese Themen zu erhöhen.

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