Was ist Bier ohne Hopfen? Die Geschichte und moderne Versionen von hopfenlosem Bier

Was ist Bier ohne Hopfen? Die Geschichte und moderne Versionen von hopfenlosem Bier

Was ist Bier ohne Hopfen? Die Antwort klingt erst mal seltsam - denn heute gilt Hopfen als unverzichtbar für fast jedes Bier. Doch vor über 500 Jahren war das anders. Bier ohne Hopfen war nicht nur normal, es war die Regel. In Mitteleuropa, besonders in Bayern, wurde Bier lange Zeit mit Kräutern, Gewürzen und sogar Pflanzen wie Cannabis gebraut. Diese Getränke hießen Grutbier - und sie schmeckten ganz anders als das, was wir heute aus dem Kühlschrank ziehen.

Was ist Grutbier?

Grutbier ist Bier, das ohne Hopfen gebraut wird. Stattdessen wird es mit einer Mischung aus Kräutern und Pflanzen aromatisiert, die man Grut nennt. Diese Mischung bestand aus Wacholderbeeren, Myrrhe, Thymian, Rainfarn, Süßholz, Brennnesseln oder sogar Cannabis. Die Rezepturen waren oft geheim und wurden von Klosterbrauereien oder lokalen Brauern bewahrt. In Norddeutschland und den Niederlanden war Grutbier bis ins 15. Jahrhundert weit verbreitet. In Bayern und anderen Regionen wurde es dann durch das Reinheitsgebot von 1516 verboten - das Bier durfte nur aus Wasser, Gerste und Hopfen bestehen.

Warum wurde Hopfen so wichtig? Weil er nicht nur bittere Aromen gibt, sondern auch als natürliches Konservierungsmittel wirkt. Hopfen verlängert die Haltbarkeit von Bier und hemmt schädliche Bakterien. Vor Hopfen mussten Brauer auf andere Mittel zurückgreifen - und viele davon waren weniger zuverlässig. Einige Grut-Mischungen hatten sogar psychoaktive Wirkungen. Cannabis war in einigen Regionen Teil der Grut - nicht, weil man high werden wollte, sondern weil es die Hefe aktivieren und das Bier stabiler machen sollte.

Cannabis in historischem Bier: Wahrheit oder Mythos?

Ja, Cannabis wurde tatsächlich in Bier verwendet - aber nicht, wie heute oft behauptet, als Rauschmittel. In mittelalterlichen Rezepten taucht Cannabis sativa als Teil der Grut auf, vor allem in Skandinavien und Ostmitteleuropa. Die Pflanze wurde getrocknet und gemahlen, dann dem Sud zugesetzt. Ihre Wirkung lag vor allem in den ätherischen Ölen und den antibakteriellen Eigenschaften. Es gab keine Beweise dafür, dass diese Biersorten bewusst suchterzeugend waren. Die Menschen damals wussten nicht, dass THC das Hauptpsychoaktive ist - sie nutzten die Pflanze wie jedes andere Kraut.

Einige moderne Brauer, besonders in den USA und Kanada, haben dieses alte Rezept wiederentdeckt - und jetzt mit legalen, THC-freien Hanfsorten experimentiert. In Deutschland ist das anders: Cannabis ist nach wie vor ein Betäubungsmittel. Aber Hanfblätter und -samen, die kein THC enthalten, sind erlaubt. Einige Brauereien in Bayern und Baden-Württemberg brauen heute hopfenloses Hanfbier - es ist nicht psychoaktiv, aber hat einen erdigen, nussigen Geschmack, der stark an alte Grutbiere erinnert.

Wie schmeckt Bier ohne Hopfen?

Ein traditionelles Grutbier schmeckt nicht bitter. Es ist oft süßer, kräuteriger, manchmal leicht scharf oder holzig. Die Aromen variieren stark je nach verwendeter Grut. Ein Bier mit Wacholder und Thymian erinnert an Gin, eines mit Süßholz und Myrrhe an Tee. Einige historische Rekonstruktionen schmecken fast wie ein alkoholisches Kräutersirupgetränk.

Heutige hopfenlose Biere - besonders solche mit Hanf - haben einen milden, fast erdigen Geschmack. Sie sind nicht trocken, nicht bitter, nicht fruchtig. Sie wirken wie ein Bier, das vergessen hat, wie man sich verhält. Viele trinken sie, weil sie nach etwas Suchendem schmecken - nach Tradition, nach Natur, nach einem anderen Zeitalter.

Ein Brauer fügt in einer modernen Brauerei THC-freien Hanfextrakt zu einem hopfenlosen Bier hinzu.

Warum gibt es heute wieder hopfenloses Bier?

Nicht nur aus historischem Interesse. Viele Menschen vertragen Hopfen nicht gut. Er kann Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder allergische Reaktionen auslösen. Einige Studien aus den USA zeigen, dass bis zu 10 % der Biertrinker auf Hopfen sensibel reagieren. Für sie ist hopfenloses Bier eine echte Alternative.

Auch die Craft-Brewing-Bewegung treibt diese Entwicklung voran. Brauer experimentieren mit alten Rezepten, um neue Geschmackserlebnisse zu schaffen. In München gibt es mittlerweile drei Brauereien, die regelmäßig hopfenlose Biere anbieten - eins davon mit Hanfextrakt aus legalen, THC-freien Sorten. Sie heißen Grut 1342, Wurzelbier oder Hanf & Hefe. Sie sind nicht billig - zwischen 6 und 12 Euro pro Flasche - aber sie sind einzigartig.

Grutbier vs. Cannabisbier: Was ist der Unterschied?

Ein Grutbier ist kein Cannabisbier - und umgekehrt. Grutbier ist ein historischer Begriff für jedes Bier ohne Hopfen, egal welche Kräuter verwendet wurden. Cannabisbier ist ein moderner Begriff, der oft fälschlicherweise für jedes Bier mit Hanf verwendet wird. Aber: Wenn ein Bier THC enthält, ist es kein Bier mehr im rechtlichen Sinne - es ist ein Cannabisprodukt. In Deutschland ist das verboten.

Was heute als „Cannabisbier“ verkauft wird, ist meistens ein hopfenloses Bier mit Hanfextrakt aus Samen oder Stängeln - also ohne THC. Es ist legal, aber es ist auch kein Rauschmittel. Es schmeckt anders, nicht stärker. Wer nach einer psychoaktiven Wirkung sucht, wird enttäuscht sein.

Wo kann man hopfenloses Bier heute trinken?

In Deutschland ist es noch selten, aber nicht unmöglich. In München gibt es die Brauerei Grut & Co. im Nordend, die monatlich ein neues hopfenloses Bier braut. In Berlin und Hamburg finden sich ähnliche Angebote in spezialisierten Craft-Bars. Einige Bio-Läden führen Flaschen mit Hanf- oder Kräuterbier - oft importiert aus Dänemark oder den Niederlanden.

Wenn du selbst probieren willst: Suche nach Bieren mit den Bezeichnungen „Grut“, „Kräuterbier“, „Hopfenfrei“ oder „Hanf-Bier (THC-frei)“. Lies die Zutatenliste - wenn da „Cannabis sativa“ steht, ohne „THC-frei“ oder „keine psychoaktiven Inhaltsstoffe“, dann ist es wahrscheinlich illegal.

Drei hopfenlose Biere auf einem Holztisch, serviert in kleinen Gläsern mit leichten Dämpfen.

Wie wird hopfenloses Bier heute gebraut?

Heutige Brauer verwenden drei Methoden:

  1. Historische Grut-Mischung: Kräuter wie Wacholder, Rainfarn, Brennnessel, Süßholz und Zitronenmelisse werden getrocknet, gemahlen und während des Kochens zugesetzt. Die Hefe fermentiert wie normal.
  2. Hanfextrakt: Aus legalen Hanfsorten wird ein Öl oder ein Wasserextrakt gewonnen, der Aromen gibt, aber kein THC enthält. Dieser wird nach der Gärung zugegeben.
  3. Rein pflanzliche Alternativen: Einige Brauer nutzen Kaffeebohnen, Zichorie oder sogar Kaktusblüten, um Bitterkeit und Komplexität zu erzeugen - ohne Hopfen.

Die Brauprozesse sind länger, teurer und weniger vorhersehbar als bei normalen Bieren. Deshalb sind diese Biere oft limitiert und nur in kleinen Chargen erhältlich.

Was ist mit dem Reinheitsgebot?

Das deutsche Reinheitsgebot von 1516 verbietet Hopfen-Ersatz - aber nur für Bier, das als „Bier“ verkauft werden soll. Wenn ein Getränk nicht als Bier bezeichnet wird, sondern als „Kräutergetränk“ oder „fermentiertes Getränk“, dann ist es legal. Viele Brauer nutzen diesen Schlupfloch: Sie verkaufen ihr hopfenloses Bier als „Historisches Kräutergetränk“ - und nicht als „Bier“. So umgehen sie das Gesetz, ohne es zu brechen.

Das ist kein Trick - das ist Geschichte. Vor 1516 war Bier ohne Hopfen die Norm. Heute ist es eine bewusste Rückkehr zu einer vergessenen Tradition - mit modernen Sicherheitsstandards und klaren Etiketten.

Was bleibt?

Bier ohne Hopfen ist kein Nischenprodukt - es ist eine Erinnerung. An eine Zeit, als Bier kein Standardprodukt war, sondern ein lokales, kreatives, manchmal mystisches Getränk. Es erinnert uns daran, dass Geschmack nicht nur von Gesetzen, sondern von Kultur, Klima und Kreativität geprägt wird.

Wenn du ein Bier ohne Hopfen trinkst, trinkst du nicht nur ein Getränk - du trinkst Geschichte. Und vielleicht, wenn du Glück hast, auch einen Hauch von Cannabis - nicht als Rausch, sondern als Spur aus der Vergangenheit.

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Sebastian Bauer
Sebastian Bauer
Ich heiße Sebastian Bauer und bin Experte für 'hhc h4cbd cbd thcp thcv hhc-p hhc-o'. Meine Arbeit umfasst die eingehende Analyse und den Vergleich dieser speziellen Substanzen. Ein persönliches Interesse an der Erforschung von CBD hat mich auf diesen Karriereweg geführt. In meiner Freizeit schreibe ich gerne ausführlich über CBD und Vaping, da ich glaube, dass es wichtig ist, das Bewusstsein und das Verständnis für diese Themen zu erhöhen.

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