Man hört Geschichten: jemand trinkt einen Schluck Cannabis-Vodka, fällt um, und wake up mit einem high wie nach einer ganzen Joint-Sitzung. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Es ist nicht nur ein Mythos - es ist ein gefährliches Missverständnis.
Was ist Cannabis-Vodka überhaupt?
Cannabis-Vodka ist kein Produkt, das du im Supermarkt findest. Es ist ein selbstgemachter Drink, bei dem THC-Extrakte - meist aus Haschisch oder CBD-reichen Hanfblüten - in Alkohol gelöst werden. Der Alkohol dient als Lösungsmittel, weil THC fettlöslich ist und sich besser in Ethanol als in Wasser auflöst. Das Ergebnis ist ein klarer, oft geschmacksneutraler Likör, der THC enthält - aber nicht in einer kontrollierten Dosis.
Im Gegensatz zu kommerziellen Cannabis-Getränken, die in Kanada, Colorado oder Deutschland (mit ärztlicher Genehmigung) mit exakt dosiertem THC hergestellt werden, ist selbstgemachter Cannabis-Vodka eine Wildcard. Keine Etiketten. Keine Laboranalysen. Keine Garantie, wie viel THC wirklich drin ist.
Kann man davon high werden?
Ja - aber nicht so, wie du denkst.
THC wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, nicht über die Lunge. Das bedeutet: Es dauert 30 Minuten bis zwei Stunden, bis du irgendeine Wirkung spürst. Und das ist nur der Anfang. Im Gegensatz zu Rauchen, wo das THC direkt in die Blutbahn geht, muss es erst durch die Leber passieren. Dort wird es in 11-Hydroxy-THC umgewandelt - eine stärkere, längere wirkende Form.
Wenn du jetzt noch Alkohol trinkst, verändert sich alles. Alkohol beschleunigt die Aufnahme von THC durch die Darmwand. Es erhöht die Bioverfügbarkeit. Das heißt: Du bekommst mehr THC in dein Blut, schneller und intensiver, als wenn du es allein konsumierst.
Ein Studie der University of Colorado (2024) zeigte: Menschen, die THC und Alkohol gleichzeitig konsumierten, erlebten eine 30 % höhere Spitzenkonzentration an 11-Hydroxy-THC im Blut als bei THC allein. Die Wirkung war stärker, länger und unvorhersehbarer.
Warum ist das gefährlich?
Alkohol und THC sind beide zentrale Nervensystem-Depressiva. Sie dämpfen die Gehirnfunktion - zusammen wirken sie wie eine Doppelbremse.
- Verdoppelte Beeinträchtigung: Reaktionszeit, Koordination, Urteilsvermögen - alles wird stark beeinträchtigt. Du denkst, du bist fit, aber dein Körper ist es nicht.
- Übelkeit und Erbrechen: Beide Substanzen reizen den Magen. Zusammen können sie zu starken Übelkeit führen - manchmal bis zum Erbrechen, was bei Bewusstlosigkeit lebensgefährlich sein kann.
- Unvorhersehbare Dosis: Wie viel THC ist in deinem Vodka? 5 mg? 50 mg? 200 mg? Du weißt es nicht. Und das ist der größte Risikofaktor.
- Psychische Reaktionen: Angst, Paranoia, Panikattacken - das ist bei Kombinationen besonders häufig. Besonders bei Menschen mit Anlage zu Angststörungen.
Im Jahr 2025 meldeten deutsche Notaufnahmen 147 Fälle von akutem THC-Alkohol-Intoxikation - fast alle betrafen selbstgemachte Cannabis-Drinks. Die meisten Patienten waren zwischen 18 und 25 Jahren alt. Keiner hatte damit gerechnet, dass ein einziger Schluck so stark wirken könnte.
Was passiert, wenn du es probierst?
Stell dir vor: Du nimmst einen kleinen Schluck. Du fühlst nichts. Nach 20 Minuten: leichter Schwindel. Nach 45 Minuten: deine Beine fühlen sich an wie Watte. Dein Herz rast. Du hast Angst, aber du kannst dich nicht bewegen. Du willst dich hinlegen - aber du bist zu benommen, um aufzustehen.
Das ist keine Szene aus einem Film. Das ist Alltag in deutschen Wohnzimmern, wo junge Leute aus Neugier oder TikTok-Trends solche Mixe ausprobieren.
Und dann kommt der Schock: Du bist nicht nur high - du bist auch betrunken. Dein Körper kämpft gegen zwei Drogen gleichzeitig. Deine Leber ist überlastet. Dein Blutdruck schwankt. Dein Gehirn weiß nicht, was es tun soll.
Gibt es sichere Alternativen?
Ja - und sie sind legal.
In Deutschland sind CBD-Getränke mit weniger als 0,2 % THC erlaubt. Sie haben keine psychoaktive Wirkung, aber sie können entspannen. Es gibt auch kommerzielle THC-Drinks, die in Apotheken oder über ärztliche Verschreibung erhältlich sind - mit exakt 2,5 mg, 5 mg oder 10 mg THC pro Flasche. Die Dosis ist bekannt. Die Wirkung ist vorhersehbar. Und sie enthalten keinen Alkohol.
Wenn du eine entspannte, kontrollierte Erfahrung willst: Wähle ein zertifiziertes CBD- oder THC-Getränk mit klarer Kennzeichnung. Keine DIY-Experimente. Kein Vodka. Kein Risiko.
Was ist mit CBD-Vodka?
CBD ist nicht psychoaktiv. Es macht nicht high. Ein CBD-Vodka wird dich also nicht berauschen - aber er wird dich auch nicht entspannen, wenn du ihn mit Alkohol mischst. Alkohol neutralisiert die beruhigende Wirkung von CBD. Stattdessen erhöhst du nur das Risiko von Leberschäden und Entzugssymptomen.
CBD ist kein „Sicherheits-Boost“ für Alkohol. Es ist ein eigenes Molekül - mit eigenen Wirkungen. Und es sollte nicht mit Alkohol kombiniert werden.
Was tun, wenn du schon getrunken hast?
Wenn du Cannabis-Vodka getrunken hast und dich jetzt unwohl fühlst - bleib ruhig. Es ist kein Gift, aber es ist gefährlich.
- Trink Wasser. Hydratation hilft deinem Körper, die Substanzen abzubauen.
- Setz dich hin. Keine plötzlichen Bewegungen. Kein Auto fahren. Kein Fahrrad.
- Sei nicht allein. Rufe jemanden an, der bei dir bleibt.
- Gehe nicht schlafen. Du könntest dich übergeben - und dich nicht mehr wehren.
- Notruf, wenn du dich nicht mehr bewegen kannst, Übelkeit hast oder deine Atmung flach wird.
Die meisten Fälle heilen innerhalb von 6-12 Stunden. Aber nur, wenn du nicht allein bist und dich nicht selbst ignoriert.
Fazit: Nein - du kannst nicht einfach „high“ werden mit Cannabis-Vodka
Du kannst high werden - aber du kannst nicht kontrollieren, wie stark, wie lange oder ob du es überlebst.
Cannabis-Vodka ist kein Trend. Es ist ein medizinisches Risiko mit einem Social-Media-Label. Es gibt keine sichere Menge. Keine „gute“ Kombination. Und keine Garantie, dass du morgen noch aufwachst - so wie du es kennst.
Wenn du Cannabis ausprobieren willst: Tu es mit einem klaren, legalen, dosierten Produkt. Ohne Alkohol. Ohne Experimente. Ohne Risiko.
Kann man mit Cannabis-Vodka wirklich high werden?
Ja, aber nicht wie bei einem Joint. THC im Vodka wird langsamer aufgenommen, aber intensiver verarbeitet - besonders wenn Alkohol dabei ist. Das führt zu stärkeren, unvorhersehbaren und langanhaltenden Wirkungen, die oft mit Übelkeit, Schwindel und Panik einhergehen. Die Dosis ist unberechenbar, was das Risiko erhöht.
Ist Cannabis-Vodka legal in Deutschland?
Nein. Selbstgemachte Cannabis-Getränke mit THC sind illegal, egal ob sie Alkohol enthalten oder nicht. Nur CBD-Getränke mit unter 0,2 % THC sind erlaubt. Kommerzielle THC-Getränke sind nur mit ärztlicher Verschreibung und in Apotheken erhältlich - und niemals mit Alkohol kombiniert.
Wie lange hält die Wirkung von Cannabis-Vodka an?
Die Wirkung setzt nach 30-120 Minuten ein und kann bis zu 8-12 Stunden anhalten - besonders bei Kombination mit Alkohol. Das ist deutlich länger als bei Rauchen (2-4 Stunden). Du kannst also nicht einfach „warten“, bis es vorbei ist - du bist lange beeinträchtigt.
Warum ist Alkohol bei Cannabis so gefährlich?
Alkohol beschleunigt die Aufnahme von THC im Darm und verändert seine chemische Form in der Leber zu 11-Hydroxy-THC - einer stärkeren, länger wirkenden Version. Beide Substanzen dämpfen das Nervensystem. Zusammen erhöhen sie das Risiko von Atemdepression, Erbrechen, Bewusstlosigkeit und Herzproblemen.
Gibt es sichere THC-Getränke in Deutschland?
Ja - aber nur verschreibungspflichtige Produkte in Apotheken, wie etwa „Cannabisöl-Drinks“ mit 5 mg oder 10 mg THC pro Portion. Diese sind dosiert, getestet und enthalten keinen Alkohol. Sie sind nicht für Freizeitgebrauch gedacht, sondern für medizinische Anwendungen unter Aufsicht.
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