Hat Absinth Opioide? Die Wahrheit über Inhaltsstoffe und Wirkungen

Hat Absinth Opioide? Die Wahrheit über Inhaltsstoffe und Wirkungen

Stell dir vor, du stehst in einer Bar, bestellst einen Drink und fragst dich plötzlich: Macht das Zeug eigentlich süchtig wie eine Droge? Besonders beim Absinth, dieser legendären "Feenquelle", tauchen oft wilde Theorien auf. Eine davon ist die Frage, ob in diesem grünen Getränk Opioide ist eine Gruppe von Wirkstoffen, die an spezifische Opioidrezeptoren im Gehirn binden und meist zur Schmerzlinderung oder Betäubung eingesetzt werden. Die kurze Antwort: Nein, absolut nicht. Aber warum halten sich solche Mythen eigentlich so hartnäckig? Und was ist es dann, was diesen Drink so berüchtigt macht?

Das Geheimnis der Zutaten: Was steckt wirklich drin?

Um zu verstehen, warum Absinth keine Opioide enthält, müssen wir uns ansehen, wie er hergestellt wird. Absinth ist im Grunde ein hochprozentiger Kräuterbrand. Die Basis bildet meistens Ethanol, also klassischer Alkohol. Die charakteristische Wirkung kommt jedoch aus einer speziellen Mischung von Kräutern, die in Alkohol eingeweicht werden.

Die Hauptzutat ist die Große Absinth-Wermut (Artemisia absinthium). Zusammen mit Anis und Fenchel ergibt das den typischen Lakritzgeschmack und die milchige Trübung, wenn man Wasser hinzufügt. Keine dieser Pflanzen produziert Opium oder andere opiatische Alkaloide. Opioide werden aus dem Schlafmohn gewonnen, einer Pflanze, die im traditionellen Absinth-Rezept schlichtweg nicht vorkommt.

Thujon: Der wahre Sündenbock

Wenn Leute von "Drogen" im Absinth sprechen, meinen sie meistens nicht Opioide, sondern Thujon. Das ist ein chemisches Terpen, das in der Wermutpflanze vorkommt. Lange Zeit glaubte man, Thujon sei ein starkes Halluzinogen, das Menschen in den Wahnsinn treibt. In der Realität ist die Menge an Thujon in modernen, legalen Absinthen so gering, dass man literweise davon trinken müsste, um eine toxische Wirkung zu spüren.

Thujon wirkt eher stimulierend und kann in extrem hohen Dosen Krampfanfälle auslösen, aber es hat eine völlig andere chemische Struktur und Wirkweise als Opioide. Während Opioide das zentrale Nervensystem dämpfen und Schmerzen ausschalten, wirkt Thujon eher als GABA-Antagonist. Das bedeutet, es blockiert bestimmte "Beruhigungs-Schalter" im Gehirn, anstatt sie zu aktivieren.

Vergleich: Opioide vs. Thujon im Absinth-Kontext
Merkmal Opioide (z.B. Morphium) Thujon (im Absinth)
Herkunft Schlafmohn Wermut / Bitterkräuter
Hauptwirkung Schmerzlinderung, Sedierung Leichte Stimulation / Neurotoxisch (hochdosiert)
Präsenz in Absinth Nicht vorhanden Natürlicher Bestandteil
Suchtpotenzial Extrem hoch (physisch) Gering (primär der Alkohol wirkt)
Botanische Darstellung von Wermut, Sternanis und Fenchelsamen.

Warum verwechseln Menschen die beiden?

Die Verwirrung rührt oft daher, dass Absinth in der Popkultur als "mystisch" oder "gefährlich" dargestellt wird. Im 19. Jahrhundert in Frankreich gab es eine ganze Welle von Geschichten über den "grünen Teufel". Die Menschen damals hatten kein Wissen über Biochemie. Wenn jemand nach einem Abend voller Absinth und extremem Alkoholmissbrauch in einen Delirium-Zustand verfiel, schrieb man das dem Getränk zu.

Zudem gibt es sogenannte "Elixiere", die im 19. Jahrhundert oft sowohl Alkohol als auch Opium enthielten. Diese waren aber keine reinen Absinthe, sondern medizinische Mischgetränke. Wer heute einen hochwertigen Absinth aus einer Destillerie kauft, bekommt ein Produkt, das strengen Lebensmittelgesetzen unterliegt. Es gibt keinen Grund, Opioide beizumischen, da das würde nicht nur illegal sein, sondern auch den Geschmack ruinieren.

Eine ätherische grüne Fee, die aus einem Glas Absinth in einem Pariser Café aufsteigt.

Die Rolle des Alkohols beim "Rausch"

Wenn du dich nach einem Glas Absinth besonders "verpeilt" oder euphorisch fühlst, liegt das zu 99 % am Alkoholgehalt. Absinth ist oft deutlich stärker als Wein oder Bier, manchmal mit 60 % bis 74 % Vol. Diese Menge an Ethanol schlägt schnell ins Gehirn ein.

Die Kombination aus hochprozentigem Alkohol und den ätherischen Ölen des Anis kann ein Gefühl von Wärme und Entspannung erzeugen. Das ist jedoch ein klassischer Alkoholrausch, keine opioidische Wirkung. Opioide verursachen eine typische "Euphorie-Dämpfung" und eine Verengung der Pupillen, was beim Absinth-Trinken absolut nicht passiert.

Sicherheit und gesetzliche Regelungen

Seit Jahrzehnten gibt es strenge Grenzwerte für den Thujon-Gehalt in Spirituosen, insbesondere in der EU. Das bedeutet, dass moderne Absinthe sicher für den gelegentlichen Genuss sind. Es gibt kein Risiko einer opioidähnlichen Abhängigkeit durch die Inhaltsstoffe der Pflanze. Die einzige echte Gefahr ist die Abhängigkeit vom Alkohol selbst.

Achte beim Kauf darauf, dass es sich um ein echtes Destillat handelt und nicht um einen billigen, künstlich gefärbten "Absinth-Aperitif". Die hochwertigen Varianten nutzen die traditionelle Methode der Mazeration, bei der die Kräuter langsam ihren Geschmack an den Alkohol abgeben. Das Ergebnis ist ein komplexes Aroma, das nichts mit synthetischen Drogen zu tun hat.

Kann man von Absinth abhängig werden wie von Opioiden?

Nein. Absinth enthält keine Opioide und somit keine Stoffe, die eine körperliche Abhängigkeit auf demselben Mechanismus wie Heroin oder Morphium auslösen. Die Gefahr liegt ausschließlich im hohen Alkoholgehalt, der wie jede andere Spirituose zu einer Alkoholabhängigkeit führen kann.

Warum sagen manche, Absinth würde Halluzinationen auslösen?

Das ist ein weit verbreiteter Mythos aus dem 19. Jahrhundert. Die Menge an Thujon in modernem Absinth ist viel zu gering, um Halluzinationen hervorzurufen. Die "Visionen", von denen oft berichtet wurde, waren vermutlich entweder das Ergebnis von extremem Alkoholrausch oder der minderwertigen Qualität früherer Absinthe, die oft mit giftigen Farbstoffen gestreckt wurden.

Welche Pflanzen in Absinth könnten theoretisch berauschend wirken?

Die Große Absinth-Wermut enthält Thujon, was in sehr hohen Dosen stimulierend wirkt. Anis und Fenchel haben primär geschmackliche und leicht verdauungsfördernde Eigenschaften. Keine dieser Pflanzen gehört zur Familie der Opiumpflanzen.

Ist Absinth legal?

Ja, in den meisten Ländern der Welt ist Absinth legal, sofern er die gesetzlichen Grenzwerte für Thujon einhält. In der EU ist er als Spirituose zugelassen und in vielen Fachgeschäften erhältlich.

Wie erkennt man einen qualitativ hochwertigen Absinth?

Ein echter Absinth sollte ein Destillat aus Wermut, Anis und Fenchel sein. Er ist oft dunkelgrün oder goldfarben (Blanche) und hat ein komplexes, kräuteriges Aroma. Meide Produkte, die extrem billig sind und nur künstliche Aromen verwenden, da diese oft nicht den traditionellen Herstellungsprozess widerspiegeln.

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Sabine Lammers
Sabine Lammers
Ich arbeite als Expertin für hhc h4cbd cbd thcp thcv hhc-p hhc-o und bin leidenschaftlich in meinem Feld. Ich schreibe gerne über CBD und Vaping, und geniesse es, meine Kenntnisse und Erfahrungen zu teilen. In meiner Freizeit lese ich gerne Bücher und arbeite in meinem Garten. Meine Arbeit ist mehr als nur ein Job, es ist meine Leidenschaft.

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